Leitbild

Leitlinien für das Franziskus-Krankenhaus Berlin

Herausgeber: Kongregation der Franziskanerinnen vom heiligen Martyrer Georg

> Präambel
> Würde des Menschen
> Der Kranke – Mitte aller Dienste
> Krankenhausseelsorge
> Dienstgestaltung der Mitarbeiter
> Beziehung zum gesellschaftlichen Umfeld
> Schlussbemerkungen

Präambel

Die Kongregation der Franziskanerinnen vom hl. Martyrer Georg steht im Dienst der katholischen Kirche. Auf der Grundlage des Evangeliums und nach dem Vorbild des hl. Franziskus lebt, betet und arbeitet diese Ordensgemeinschaft zur Ehre Gottes und zum Heil der Menschen.

Im Mittelpunkt ihres Wirkens und Handelns steht der Mensch. Ihm gilt alle Sorge um das ganzheitliche – Geist, Seele und Leib – umfassende Heil. Dieser Dienst ist getragen von dem Glauben an das erlösende Leiden und Sterben Jesu Christi, der Mensch geworden ist, um Gottes heilende und liebende Gegenwart in unserer Welt sichtbar zu machen.

Würde des Menschen

Der Mensch ist Geschöpf und Abbild Gottes. Darin liegt seine Würde.

> Wir haben Ehrfurcht vor dem von Gott geschenkten Leben in jedem Stadium.
> Wir schützen und achten menschliches Leben von der Zeugung bis zum Tod.
> Wir legen Wert darauf, ein menschenwürdiges Sterben zu ermöglichen und den Angehörigen beizustehen.
> Wir helfen allen Menschen, unabhängig vom gesellschaftlichen Ansehen, von der Persönlichkeit, der Herkunft und der Religionszugehörigkeit.
> Wir bejahen die Errungenschaften und Erkenntnisse der modernen Medizin, soweit sie dem Menschen dienen und seiner Würde entsprechen.

Der Kranke – Mitte aller Dienste

In unserer Sorge um den kranken Menschen gilt für uns das Wort Gottes: "Was ihr für einen meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan" (Mt 25,40)

> Wir wollen dem Patienten stets den Eindruck vermitteln, dass er mit seiner Krankheit angenommen wird.
> Wir fördern die für die Genesung des Patienten hilfreichen mitmenschlichen Kontakte.
> Wir unterstützen den Genesungsprozess des Patienten durch gute Pflege und Betreuung.
> Wir ermöglichen zur Förderung seiner Selbständigkeit jede vertretbare Form von Aktivierung.
> Wir beziehen den Patienten in die Prozesse der Diagnostik und Therapie seiner Erkrankung ein. Wir informieren ihn über Durchführung und Folgen vorgesehener Maßnahmen und bieten ihm darüber hinaus Alternativen an. Dabei achten wir die freie Entscheidung des Patienten.
> Wir bringen den Angehörigen die gleiche Wertschätzung entgegen wie den Kranken.
> Wir tragen dem Wunsch der Angehörigen nach Information über den Zustand des Patienten Rechnung, indem wir Gespräche mit den Ärzten und Pflegekräften ermöglichen.
> Wir befürworten und unterstützen die Begleitung Schwerkranker und Sterbender durch ihre Angehörigen.

Krankenhausseelsorge

Aus der Sicht einer ganzheitlichen Sorge heraus ist der Dienst der seelsorglichen Begleitung sowohl auf den Kranken, den Angehörigen als auch auf den Mitarbeiter gerichtet.

> Wir wollen dem Patienten durch persönliche Gespräche beistehen und sind bereit, mit ihm zu beten.
> Wir helfen, Kontakte zu katholischen und evangelischen Krankenhausseelsorgern aufzunehmen. Mitgliedern anderer Religionsgemeinschaften bieten wir unsere vermittelnde Hilfe an.
> Wir ermöglichen dem Patienten die Teilnahme am Gottesdienst und einen ungestörten Empfang der hl. Sakramente.
> Wir unterstützen das seelsorgerliche Angebot, das besonders den Kranken und Sterbenden, aber auch den Angehörigen und Mitarbeitern gilt.

Dienstgestaltung der Mitarbeiter

Träger und Mitarbeiter bilden eine Dienstgemeinschaft.

> Wir wissen, dass wir mit unseren verschiedenen Aufgaben und Begabungen aufeinander angewiesen sind und begegnen uns mit Achtung und Wohlwollen.
> Wir suchen in Konfliktsituationen das Gespräch, um unterschiedliche Standpunkte zu verstehen und gemeinsame Lösungen zu finden, die im Einklang mit unserem kirchlichen Auftrag stehen.
> Wir gestalten unsere Arbeit durch eine vom christlichen Geist geprägte Eigeninitiative und Einsatzbereitschaft.
> Wir fördern die fachliche Aus-, Fort- und Weiterbildung sowie die persönliche und religiöse Entfaltung des Einzelnen.

Beziehung zum gesellschaftlichen Umfeld

Öffentlichkeitsarbeit, Erfüllung des Versorgungsauftrages und Wirtschaftlichkeit sollen im christlichen Sinne als besondere Faktoren die Beziehungen unseres Krankenhauses zum gesellschaftlichen Umfeld berücksichtigen.

> Wir verpflichten uns, die von der Solidargemeinschaft der Versicherten zur Verfügung gestellten Mittel sparsam zu verwenden.
> Wir wollen die uns von Gott angetraute Schöpfung schützen, um so die Gesundheit auch künftiger Generationen nicht zu gefährden. Aus diesem Grund beachten wir die anerkannten Empfehlungen zum Schutze der Umwelt.
> Wir fördern durch Zusammenarbeit mit niedergelassenen Ärzten und anderen Institutionen die Integration des Krankenhauses in die Region. Die Arbeit des Krankenhauses soll der Öffentlichkeit durch vorhandene Medien zugänglich gemacht werden.

Schlussbemerkungen

Die vorliegenden Leitlinien formulieren für alle, die in unserem Krankenhaus tätig sind, Erwartungen an sich und an andere. Der Prozess der konkreten Verwirklichung und Umsetzung jedoch lebt von einer lebendigen Auseinandersetzung mit diesen Thesen durch die Mitarbeiter vor Ort.

Für Anregungen oder Kritik zu den Leitlinien stehen Ihnen Schwester Oberin oder die Pflegedienstleitung gern zur Verfügung.