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Niedergelassene Ärzte informieren sich über neue Blutgerinnungshemmer

· Gute Alternativen zu Marcumar
Bei Patienten mit Gefäßerkrankungen ist eine gute Blutzirkulation besonders wichtig

Über viele Jahrzehnte war das gerinnungshemmende Medikament Marcumar bei der Behandlung von Menschen mit Gefäßerkrankungen und erhöhtem Schlaganfall- und Thrombose-Risiko nicht wegzudenken. Doch jetzt gibt es Alternativen mit weniger Nebenwirkungen. Darüber informieren der Chefarzt  der Klinik für Innere Medizin, Dr. Berthold Amann, der Leiter des Kardiologischen Zentrums, Dr. Amir Jawari, Oberärztin Dr. Angela Härtel bei einer Fachveranstaltung für niedergelassene Ärzte. Auch einer der besten Kenner auf dem Gebiet der neuen Gerinnungshemmer, Prof. Dr. Hanno Ries von der Berliner Charité, gehört zu den Referenten.

»Marcumar heißt, wie mit dem Schrotgewehr auf relativ unspezifische Gerinnungsfaktoren in der Leber zu schießen. Die neuen Medikamente sind wie Scharfschützen. Sie schalten nur einen einzigen Gerinnungsfaktor aus und setzen an einer zentralen Stelle an«, erläutert Dr. Amann. Für viele Patienten, die unter Bluthochdruck und Arterienverkalkung leiden, oftmals in Verbindung mit Herzkammerflimmern, hat diese Entwicklung erhebliche Vorteile.

Weniger Probleme bei Zahnbehandlungen

So ist das Risiko einer Hirnblutung infolge dauerhafter Marcumar-Anwendung erheblich gesunken. Auch stellen chirurgische Eingriffe wie zum Beispiel eine Zahn-Operation kein Problem mehr dar, weil Blutungen leichter zum Stillstand kommen. Die neuen Blutgerinnungshemmer (Antikoagulanzien) müssen daher nur ein bis zwei Tage vor einem Eingriff abgesetzt werden. Eine länger dauernde Überbrückungszeit mit einem Marcumar-Ersatz kann entfallen. Marcumar ist nach Aussage von Dr. Amann »wahrscheinlich nur noch bei schweren Herzklappenerkrankungen erforderlich.«

Auch in der Prophylaxe kommen neue Tabletten zum Einsatz. So hat die Europäische Union in diesem Jahr eine Kombination aus neuartigen Gerinnungshemmer im Kombination mit Acetylsalicylsäure (Aspirin-Wirkstoff) zur Prophylaxe bei Patienten mit Erkrankungen der Herzkranzgefäße oder starker Gefäßverkalkung an den Beinen mit hohem Thromboserisiko zugelassen. Die Zulassung basiert auf der weltweiten COMPASS-Studie mit über 27.000 Probanten. Sie hatte eine deutliche Abnahme von Herzinfarkten, Schlaganfällen und erforderlichen Beinamputationen durch die Wirkstoffkombination ergeben.

Verlängerte Prophylaxe bei Risikopatienten

Hoffnung gibt es auch, was die Rückfallquoten von Lungenembolien und Thrombosen betrifft. Viele Anzeichen sprechen dafür, dass eine Kombination der neuen Medikamente zu einer verlängerten Prophylaxe führt und damit betroffenen Patienten eine erneute akute Erkrankung erspart bleiben könnte. Allerdings, so Dr. Amann, seien die vorliegenden wissenschaftlichen Erkenntnisse noch nicht durch große Studien ausreichend abgesichert.

Pressekontakt

Corinna Riemer

Leiterin Unternehmenskommunikation