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Internationale Studien belegen Stellenwert von MRT und MRT-Ultraschall-Fusionsbiopsie

· Paradigmenwechsel in der Prostatakrebs-Diagnostik
PD Dr. Carsten Kempkensteffen, Chefarzt der Klinik für Urologie

Neue internationale Studien bestätigen dem multiparametrischen Prostata-MRT und der sogenannten MRT-Ultraschall-Fusionsbiopsie gute Untersuchungsergebnisse. In der Klinik für Urologie wird dieses Verfahren bei Patienten mit Verdacht auf Prostatakrebs bereits seit vielen Jahren angeboten. Bei speziellen Fragestellungen rund um das Thema Prostatakrebs und Früherkennung bietet die Klinik eine Spezialsprechstunde zur MRT-Ultraschall-Fusionsbiopsie an.

Mehr als eine Million Männer unterziehen sich in Europa Jahr für Jahr der Entnahme einer Gewebeprobe aus der Prostata. Dem geht ein zuvor festgestellter erhöhter PSA-Wert im Blut und / oder eine Auffälligkeit beim Abtasten der Prostata im Rahmen einer Früherkennungsuntersuchung voraus. Das bisher übliche Verfahren um festzustellen, ob tatsächlich ein Prostatakrebs vorliegt, ist die ultraschallgesteuerte (TURS), systematische Entnahme von Gewebeproben aus der Prostata (Prostatabiopsie).

Standardverfahren der Prostatabiopsie hat Schwächen

Bei dieser Stanzbiopsie wird eine Ultraschallsonde über den Enddarm direkt an die Prostata herangeführt. Eine kleine Nadel „stanzt“ dann etwa 10 bis 12 Probenzylinder nach einem festgelegten Schema aus. Diese werden anschließend im Labor untersucht. Die ganze Prozedur erfolgt unter lokaler Betäubung, nur selten ist eine Kurznarkose erforderlich. Der Eingriff ist relativ einfach, kann aber Komplikationen wie Blutungen, Entzündungen und Probleme beim Wasserlassen zur Folge haben.

Dieses über viele Jahre etablierte Verfahren hat jedoch noch immer zwei entscheidende Schwachstellen:

Zum einen liegen dem erhöhtem PSA-Wert bzw. der auffälligen Tastuntersuchung bei vielen Patienten gutartige Ursachen, z.B. Entzündungen der Prostata zu Grunde. Diesen Patienten könnte eine Biopsie somit erspart werden. Umgekehrt besteht ein nicht unerhebliches Risiko, dass Krebsherde in bestimmten Lokalisationen der Prostata durch die systematische Biopsie nicht erfasst werden und ein vorhandener Tumor übersehen wird.

In zwei großen internationalen Studien (PROMIS und PRECISION-Studie) ist nun  bestätigt worden, dass durch den Einsatz des multiparametrischen MRT und der MRT-Ultraschall-Fusionsbiopsie eine  präzisere Diagnostik möglich ist.

Höhere Trefferquote mittels MRT-Ultraschall-Fusionsbiopsie

So kann man vor einer Biopsie die Anzahl potenziell notwendiger Gewebeprobeentnahmen um bis zu 25 Prozent reduzieren, wenn zunächst eine sogenannte multiparametrische Magnetresonanz-Tomographie (mpMRT) der Prostata durchgeführt wird. Zudem kann man die Gruppe derjenigen Patienten besser identifizieren, die überhaupt einen klinisch relevanten, d.h. potenziell behandlungsbedürftigen, Tumor haben.

Erhärtet das MRT den Verdacht auf einen Tumor, können mittels MRT-Ultraschall-Fusionsbiopsie gezielt Gewebeproben aus tumorverdächtigen Bereichen der Prostata entnommen werden. Im Vergleich zur systematischen Biopsie lässt sich dadurch nicht nur die Trefferquote insgesamt, sondern auch die Anzahl der neu diagnostizierten, behandlungsbedürftigen Krebserkrankungen der Prostata signifikant steigern. Die größte Chance, ein Prostatakarzinom zu entdecken, bietet derzeit eine Kombination von MRT-gestützter Ultraschall-Fusionsbiopsie und systematischer Biopsie. 

Pressekontakt

Corinna Riemer

Corinna Riemer

Leiterin Unternehmenskommunikation