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Dr. Michael Schenk in einem hörenswerten Feature des Deutschlandfunk zum Thema »Migräne«

· »Eine kleine Revolution«
Dr. Michael Schenk, Chefarzt der Zentrums für integrative Schmerzmedizin.

Migräneattacken können Menschen völlig außer Gefecht setzen. Lange Zeit gab es für Betroffene wenig Hoffnung auf Linderung der Schmerzen. Forscher und Mediziner wie Dr. Michael Schenk, Chefarzt des Zentrums für Integrative Schmerzmedizin können die Krankheit inzwischen jedoch besser verstehen und erfolgversprechende Therapien anwenden. Darüber berichtet die Autorin Carina Schröder in einer ausführlichen Reportage im Deutschlandfunk. Der Beitrag ist über die Audiothek zu lesen und zu hören.

»Die Migräne ist gekennzeichnet durch ein Vorstadium, in dem man sich unwohl fühlt, sich eventuell ein Gefühl von Heißhunger entwickelt oder es einem aus unbestimmtem Grund nicht gut geht. Dann fängt irgendwann dieser Kopfschmerz an, der von seiner Qualität her hämmernd und pochend ist, nicht brennend oder elektrisierend oder dumpf. Er hat eine hohe Intensität«, berichtet Dr. Schenk in dem Beitrag von den Symptomen der Krankheit, die entgegen allgemeiner Annahme nicht psychosomatisch ist, sondern über Generationen hinweg vererbt wird. Das betrifft auch die Schwere dieser neurologischen Schmerzerkrankung, von der rund 14 Prozent aller Frauen in Deutschland betroffen sind – doppelt so viele wie Männern.

Als Irrweg hat sich die Behandlung ausschließlich mit Medikamenten erwiesen. Im Laufe der Jahre sogar die Einnahme eines unkontrollierten Cocktails an Medikamenten zu einer Verschlimmerung des Zustands und zu einem sogenannten »Medikamentenübergebrauchskopfschmerz« führen.

Neue Medikamente bei Migräne

Doch es gibt inzwischen Hoffnung, durch gezielten Einsatz von speziellen Migränemedikamenten zur Anfallsbehandlung und durch einen angepassten Lebensstil die Krankheit in den Griff zu bekommen. Triptane heißen die ersten Medikamente, die speziell bei Migräne helfen sollen. Diese Mittel stoppen die Entzündung an den Gefäßen, hemmen die Weiterleitung eines hormonellen Botenstoffes und verhindern auch, dass der Schmerzreiz von den Hirnhäuten an das Gehirn gemeldet wird. So helfen Triptane akut gegen den Schmerz. Doch die Ärztinnen und Ärzte haben mittlerweile auch noch andere Werkzeuge im Portfolio, die medikamentöse Prophylaxe.

»Wenn man so eine Prophylaxe nimmt, und die gut funktioniert, dann wird man in der Regel immer noch Anfälle haben, aber wenn es gut geht, werden es weniger, die werden kürzer und sind auch nicht mehr so schmerzhaft«, sagt Dr. Schenk. Das sei auf jeden Fall eine »eine kleine Revolution«, zumal die neuen Medikamente kaum Nebenwirkungen aufweisen im Vergleich zu den klassischen Schmerzmitteln. Hierbei handelt es sich um Substanzen aus der Gruppe der Antikörper.

Doch Medikamente allein helfen nicht. »Wer regelmäßig einfach Ausdauersport macht, hat deutlich weniger Migräne. Dann kann man versuchen, so eine Art Alltagshygiene zu machen. Das heißt: regelmäßige Mahlzeiten zu bestimmten Uhrzeiten. Dann ist ganz wichtig der Schlaf«, betont Dr. Schenk. Aber auch Stressbewältigung und die Psyche spielten eine wichtige Rolle.

Migräne und andere chronische Schmerzerkrankungen, die teilweise mit einem Medikamenten-Übergebrauch einhergehen, behandeln Dr. Schenk und sein Team im Rahmen einer multimodalen Schmerztherapie (MMST). Diese stationäre Therapie dauert in der Regel zwei Wochen.

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