Berliner Kontinenzzentrum - Dranginkontinenz ©

Dranginkontinenz

Unter Dranginkontinenz versteht man einen unwillkürlichen Urinabgang mit oder nach plötzlichem Harndrangempfinden. Der Patient leidet an einem ständigen Gefühl des Harndrangs, das nicht unterdrückbar ist. Bei dieser Form der Inkontinenz ist der Verschlussmechanismus der Harnröhre eigentlich intakt, jedoch liegt eine Fehlfunktion des Blasenmuskels vor, der die Entleerung kontrolliert. Dabei werden Störungen der Harnblasenempfindung (Sensitivität) und das nicht steuerbare Zusammenziehen (Kontraktionen) der Harnblasenmuskulatur unterschieden.

Therapeutische Maßnahmen:

  • Inkontinenzhilfen
  • Harnblasen- und Toilettentraining
  • Biofeedbacktraining
  • Vaginale oder rektale Elektrostimulation
  • Medikamentöse (blasendämpfende) Therapien
  • Botulinum-Toxin-A-Einspritzung in den Blasenmuskel (nach erfolgloser medikamentöser blasendämpfender Therapie)
  • Neuromodulation (elektrische Stimulation bestimmter Rückenmarksnerven zur Linderung der Beschwerden; nach erfolgloser medikamentöser blasendämpfender Therapie)

Bei der Mischinkontinenz besteht eine Kombination aus Belastungs- und Dranginkontinenz. Die therapeutischen Möglichkeiten richten sich nach den vorherrschenden Beschwerden, nicht selten müssen mehrere der genannten Therapien kombiniert werden.